Situation

Familien in einem Dorf

1987 begannen in Norduganda die Kämpfe zwischen den Rebellen der Lord’s Resistance Army (LRA) und der ugandischen Armee, United People’s Defence Force (UPDF). Die LRA hat seither schätzungsweise 25.000 Kinder als Soldaten zwangsrekrutiert und sexuell versklavt. Sie ist für die Tötung, Verstümmelung, Folter und Vergewaltigung von zehntausenden Zivilisten verantwortlich. In der Region ist die Infrastruktur weitgehend zerstört: 1,4 Millionen Flüchtlinge drängen sich unter menschenunwürdigen Bedingungen in Camps, ohne Strom und fließendes Wasser.

Eine Gruppe Kinder vor einem Dorf

Nach der Unterzeichnung eines Waffenstillstandsabkommens im August 2006 hat sich die LRA in den Ost-Kongo zurückgezogen. Gleichwohl stagnieren die Verhandlungen. Bisher ist kein Friedensvertrag unterzeichnet worden. Der Norden ist somit bis heute nicht ausreichend befriedet. Die ehemaligen Kindersoldaten sind im Durchschnitt mit zehneinhalb Jahren entführt und bis zu neun Jahre von den Rebellen als Soldaten eingesetzt worden. 88% haben Tötungen von Menschen mit ansehen müssen und 79% wurden Augenzeugen regelrechter Massaker. Viele haben Folter, Vergewaltigung und tagelange Gewaltmärsche mit schweren Lasten durchgemacht. 53% von ihnen berichten, selbst andere Menschen getötet zu haben. Durch die Folgen des Krieges sind 43% der Kinder zu Vollwaisen geworden und viele in der Bevölkerung haben Angst vor den ehemaligen Kindersoldaten. Die Kinder zeigen schwere Symptome, insbesondere im psychischen Bereich. Sie berichten von Bauch- und Kopfschmerzen, von Albträumen, Depressionen und Schuldgefühlen.