Situation

Kinder auf einer Straße im Kosovo

Das 1995 geschlossene Friedensabkommen von Dayton bedeutete eine Anerkennung Miloševićs als Friedensgaranten und führte zu großer Enttäuschung auf der kosovo-albanischen Seite. Die UÇK formierte sich und es kam zu Anschlägen auf die serbische Zivilbevölkerung und Polizei. Nach einer Anerkennung des jugoslawischen Staates seitens der EU wurde im Dezember 1996 eine Resolution der UN erlassen, in der u.a. die Belgrader Führung aufgefordert wurde, die Menschenrechtsverletzungen zu beenden. Die Konflikte zwischen den Volksgruppen verschärften sich zunehmend. Bis zum Jahr 1999 vervielfachten sich die Zahlen albanischer Flüchtlinge aus dem jugoslawischen Staatsgebiet. Mit der Begründung, eine humanitäre Katastrophe abwenden zu wollen, begann die NATO nach dem Scheitern der Verhandlungen von Rambouillet am 24. März 1999 mit der Bombardierung strategischer Ziele in Jugoslawien. Als Ergebnis des Kosovokrieges wurde das Land von den internationalen Truppen besetzt und ein UN-Protektorat errichtet. Während des Krieges waren die Flüchtlingszahlen noch einmal sprunghaft angestiegen. Im März 2004 kam es jedoch zu konzertierten Gewalttätigkeiten überwiegend gegen Serben und ihre religiösen Stätten, aber auch gegen Roma und Aschkali. Am 17. Februar 2008 proklamierte das Parlament in der Hauptstadt Priština die Unabhängigkeit des Territoriums von Serbien. Nach dem Ausrufen der Republik kam es auf Seiten der Serben im Norden des Landes zu Ausschreitungen, die durch Eingreifen der KFOR-Truppen beendet wurden. Der völkerrechtliche Status des Landes ist bis heute international umstritten.