Programme

Multi-ethnische Projekte
Jugendliche bei einer gemeinschaftlichen Entspannungsübung

Mit bis zu 25 Jugendlichen unterschiedlicher ethnischer Herkunft führen wir in einem kosovarischen Bergdorf das Begegnungscamp „Youth Building Bridges“ durch. Neben einem Freizeitprogramm, das die Jugendlichen gestalteten und ihnen Möglichkeit gab, sich umkompliziert kennen zu lernen und näher zu kommen, gibt es verschiedene Seminare, die sich mit multiethnisches Zusammenleben beschäftigten.

Psychoedukation für Kinder und Jugendliche in Schulen
Kinder mit verbundenen Augen

Die psychoedukative Gruppenarbeit findet begleitend zur Psychotherapie statt. Mit den Kindern werden anhand folgender Themen Körperübungen, Phantasiereisen, Basteln, Spiele, Malübungen, Einzel- und Gruppenarbeit sowie Partnerübungen durchgeführt:

  1. Gegenseitiges Kennenlernen, Erwartungen an die Gruppe
  2. „Ich stelle mich vor“: Vertrauen fassen, Mut zum freien Sprechen, Phantasiereisen
  3. „Freunde“: Bezugnahme auf den anderen, Zusammenhalt der Gruppe
  4. „Ich schaffe mir einen sicheren Ort“: Anleitung, einer Phantasiewelt beizutreten und diese wieder zu verlassen; Stärkung der eigenen Ressourcen und Abwehrmöglichkeiten
  5. „Ich kann mir selbst helfen und mir auch helfen lassen“: die Kinder lernen, ihre und die Bedürfnisse anderer zu identifizieren und artikulieren
  6. „Zusammen können wir viel erreichen“: Förderung der Kreativität und des Zusammenhaltes, Stärkung des Solidaritätssinnes
  7. Umgang mit Aggression und Wut: Umgang mit Konflikten
  8. „Vertrauen und Angst“: Sprechen über beängstigende und schöne Situationen,
  9. „Selbstvertrauen“: es wird über die eigenen Stärken und Möglichkeiten gesprochen
  10. „Zukunftsplanung und Abschied“: kreatives Gestalten mit begrenzten Ressourcen
Sommerspiele
Gemeinsame sportliche Aktivitäten

Ziel des Programms ist es, den Schulkindern in den Dörfern ein Freizeitangebot zu machen, um ihnen die lange Ferienzeit etwas abwechslungsreicher und kindgerechter zu gestalten. Im Umkreis von Gjakova werden jedes Jahr in Zusammenarbeit mit der Erziehungsbehörde acht Dörfer sorgfältig ausgewählt, in denen bislang keine NGO tätig war. Im Projekt werden Spiele (Gruppen- sowie Partnerspiele, Wettspiele, Kommunikationsspiele usw.), Phantasiereisen, Zeichnungen, freies Schreiben, Bewegungs- und Entspannungsübungen sowie psychomotorische und aggressionsabbauende Aktivitäten eingesetzt. Gruppenregeln wie „Ich lache niemanden aus“, „Ich respektiere die anderen“, „Ich höre den anderen zu“ oder „Stärkere helfen den Schwächeren“ werden gewählt, um das gemeinsame Spielen sozial zu stützen.

Jeux Dramatiques
Kinder beim gemeinsamen Rollenspiel

„Jeux Dramatiques“ ist eine für Kinder entwickelte Form des Theaterspiels. Das Rollenspiel fördert in spielerischer Weise die eigene Wahrnehmung, sozialen Fertigkeiten sowie den gewaltlosen Umgang mit Gefühlen und Konflikten. Die „Jeux Dramatiques“ sind in der Regel folgender Weise aufgebaut:

  • Wir lesen eine kurze Geschichte vor.
  • Anschließend wird in der Gruppe ausgehandelt, wer welche Rolle übernehmen möchte.
  • Schwierige Situationen werden besprochen und ausprobiert.
  • Wir wählen die Kostümierung aus.
  • Nun wird gespielt. Die Geschichte wird sehr langsam und mit Unterbrechungen erneut vorgelesen, so dass viel Zeit für das pantomimische Rollenspiel bleibt.

Nach dem Spiel soll genug Zeit bleiben, um sich im Kreis über die Erfahrungen im eigenen Rollenspiel, in der Selbstwahrnehmung, im Wahrnehmen der anderen Spieler und dem Zusammenspiel mit ihnen zu besprechen.

Kunsttherapie
Kinder beim gemeinsamen Malen

Die mit der Kunstgruppe verbundenen Ziele sind:

  • Ressourcenaktivierung
  • Stärkung des Selbstwertgefühls
  • Förderung des kreativen und nonverbalen Ausdrucks, Ausdruck von Erlebnissen und Gefühlen
  • Förderung der Kommunikationsfähigkeiten, Austausch in der Gruppe, Sich Öffnen und in andere Einfühlen
  • Verbesserung der Konzentration
  • Erlernen sich zu entspannen
  • Anregung der Phantasie

Die folgende Abfolge der Sitzungen kann flexibel gehandhabt werden:

  • 1. Woche: Kennenlernen „Namensbild“
  • 2. Woche: Ressourcenaktivierung „ein schönes Erlebnis / ein Wunsch“
  • 3. Woche: Stärkung der Gruppenkohärenz, „ein Gruppenbild“
  • 4. Woche: Phantasiereise „innerer Garten“
  • 5. Woche: Plastisieren mit Ton „Fühlen und Widerstand spüren“
  • 6. Woche: Ressourcenaktivierung „Traumhaus“
  • 7. Woche: Phantasiereise „sicherer Ort“
  • 8. Woche: Umgang mit Abschied „Abschied von der Gruppe“
Fotoprojekt
Zwei kleine Jungen reichen sich die Hand

Ziel ist hierbei, ein soziales Thema (Leben im Kosovo, Armut, multiethnisches Zusammenleben) aus möglichst unterschiedlichen Perspektiven fotografisch darzustellen und facettenreich abzubilden. Neben der Vermittlung fotografischer Fähigkeiten und dem Einbringen eigener kreativer Ideen, stärkt das Projekt die sozialen Fähigkeiten, das Selbstvertrauen und bietet die Möglichkeit, die Welt aus unterschiedlichen Perspektiven wahrzunehmen, eigene Anschauungen zu hinterfragen und Grenzen zu überwinden.

Konfliktlösungstraining
Jugendliche bei einer gemeinsamen Trainingseinheit

Dieses psychosoziale Programm entstand als Antwort auf die in vielen Schulen bestehenden konfliktuösen und manchmal eskalierenden Spannungen sowie wegen der Hilflosigkeit vieler Lehrer. In wöchentlichen Trainings werden Schülern und Lehrern friedliche Formen des Miteinanders und der Auseinandersetzung vermittelt sowie jugendliche Mentoren ausgebildet. Die vermittelten Fertigkeiten stärken grundlegende Kompetenzen und Ressourcen, was eine spätere Anwendung und Übertragung in Bereiche des gesellschaftlichen und politischen Lebens ermöglicht und damit einen Beitrag zur Friedenssicherung leistet.