Projektbesuch in Uganda

Der diesjährige Projektbesuch in Uganda – im 5. Jahr von Children for Tomorrow Uganda – war meine erste Reise zur Perle Afrikas.

Mein Name ist Catharina Voss, ich bin 26 Jahre alt und habe in diesem Jahr stellvertretend für Dr. Fionna Klasen die Projektleitung für CFT Uganda übernommen. Meinen Masterabschluss in Psychologie habe ich im letzten Jahr an der Universität Hamburg erlangt und möchte gerne in Zukunft im Bereich psychische Gesundheitsförderung bei Kindern und Jugendlichen arbeiten.

In Uganda wurde ich herzlich von den Mitarbeitern in Gulu willkommen geheißen und konnte sie in ihrem Arbeitsalltag begleiten – sowohl in der Ambulanz als auch in den Schulen. In Gulu hat CFT fünf Mitarbeiter. Da ist zu nächst einmal unser leitender Psychiater Dr. James Okello. Er treibt vor allem in unserer Ambulanz die adäquate Versorgung von etwa 150 psychisch belasteten Kinder und Jugendlichen pro Jahr zwischen 0 und 21 Jahren voran. Unterstützt wird er dabei von Suzan, einer psychiatrischen Krankenschwester, zwei Psychologen, Patrick und Dorine, sowie Milly als unverzichtbare organisatorische Stütze.

Neben der Ambulanz ist das Schulprogramm in Gulu ein wesentlicher Teil unseres Projekts, welches sowohl Schülern als auch Lehrern das Thema „psychische Gesundheit“ näher bringt. Dies wird von Patrick in Zusammenarbeit mit Dorin durchgeführt und die Angebote sind abhängig vom Alter und Entwicklungsstand der Kinder und Jugendlichen, z.B. Kunsttherapie, sportliche Aktivitäten, oder Debattierklubs. Im letzten Jahr konnten wir ca. 400 Kinder und Jugendliche in den Schulprogrammen erreichen. Oberstes Ziel ist, die Stigmatisierung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Problemen zu reduzieren und Erklärungen für psychische Auffälligkeiten bei Menschen mit Kriegserfahrungen zu geben.

Eine Begegnung mit einem Patienten in der Ambulanz ist mir ganz besonders in Erinnerung geblieben: Der 16-jährige Rafael glaubte, von seiner Stiefmutter mit einem Fluch belegt worden zu sein. Er führte dies darauf zurück, dass er sich nach einem Besuch seiner Stiefmutter bei einem Medizinmann nicht mehr richtig bewegen konnte, keinen  Appetit mehr hatte und dem Leben insgesamt nichts Schönes mehr abgewinnen konnte. Unsere Mitarbeiter haben ihm verständnisvoll zugehört und ihm dann erklärt, dass es sich bei seinen Beeinträchtigungen um Symptome einer anerkannten und gut behandelbaren psychische Erkrankung – nämlich Depression – handelt. Der Tod zwei seiner Brüder im letzten Jahr, das erste  Kennenlernen seines Vaters und dessen gezeigte Ablehnung sowie das seiner Stiefmutter und der Verlust des Schulgeldes für ein ganzes Schuljahr haben Rafael sämtlichen Lebensmut genommen. Doch durch das bessere Verstehen seiner Symptome und die Annahme von Therapiemaßnahmen befindet er sich nun auf dem Weg der Besserung!

Zurück